Cashflow Syndicate · Risikomanagement

Risikomanagement

Kapital schützen. Klar handeln.

Trading beginnt nicht mit dem Einstieg. Es beginnt mit der Frage, welches Risiko du bereit und in der Lage bist zu tragen.

Auch ein gutes Setup kann gegen dich laufen. Kein Indikator, keine Strategie und kein technisches System kann garantieren, wie sich ein Markt entwickeln wird.

Deshalb gehört ein durchdachtes Risikomanagement zu jedem Trade.

Das Ziel ist nicht, jeden Trade zu gewinnen. Das Ziel ist, das eigene Kapital so zu behandeln, dass einzelne Fehlentscheidungen oder schwierige Marktphasen nicht das gesamte Konto gefährden.

Setze nur Kapital ein, dessen Verlust du tragen kannst

Eine der wichtigsten Grundregeln lautet:

Setze niemals mehr Geld ein, als du finanziell und persönlich bereit bist zu verlieren.

Kapital, das für Miete, Rechnungen, laufende Kosten, Rücklagen oder andere wichtige Verpflichtungen benötigt wird, gehört nicht in spekulative Trades.

Trading sollte niemals dazu führen, dass ein einzelner Verlust die eigene finanzielle Situation gefährdet.

Ebenso wichtig ist die persönliche Risikotoleranz. Nicht jeder Mensch geht mit Schwankungen und Verlusten gleich um. Eine Positionsgröße sollte deshalb nicht nur rechnerisch, sondern auch persönlich zur eigenen Situation passen.

Passe dein Risiko an deine Kontogröße an

Nicht jedes Konto kann dieselbe Positionsgröße tragen.

Ein größeres Konto und ein kleineres Konto sollten deshalb nicht mit denselben Einsätzen gehandelt werden.

Die Positionsgröße sollte immer im Verhältnis zur eigenen Kontogröße, zum geplanten Stop-Loss und zum daraus entstehenden möglichen Verlust betrachtet werden.

Besonders wichtig:

Die Positionsgröße allein sagt noch nichts über das tatsächliche Risiko aus.

Ein enger Stop-Loss und ein weit entfernter Stop-Loss können bei derselben Positionsgröße zu völlig unterschiedlichen Verlusten führen.

Deshalb sollte die Reihenfolge immer sein:

Erst den Trade planen.Dann den Stop-Loss bestimmen.Dann das mögliche Risiko bewerten.Erst danach die passende Positionsgröße wählen.

Nicht umgekehrt.

Der Stop-Loss gehört zum Tradeplan

Bevor ein Trade eröffnet wird, sollte bereits klar sein, an welchem Punkt die ursprüngliche Idee nicht mehr gültig ist.

Genau dort bekommt der Stop-Loss seine Aufgabe.

Ein Stop-Loss sollte nicht erst dann überlegt werden, wenn eine Position bereits deutlich gegen dich läuft.

Ebenso sollte er nicht immer weiter vom Einstieg entfernt werden, nur weil man einen Verlust nicht akzeptieren möchte.

Ein geplanter Verlust gehört zum Trading. Ein unkontrollierter Verlust sollte es nicht.

Der Stop-Loss ist deshalb kein Zeichen dafür, dass ein Trade schlecht geplant wurde. Er ist ein Bestandteil des Plans für den Fall, dass sich der Markt anders entwickelt als erwartet.

Hebel mit Respekt behandeln

Hebel ermöglicht es, mit vergleichsweise wenig Kapital größere Marktpositionen zu bewegen.

Genau deshalb kann er schnell gefährlich werden.

Ein größerer Hebel erhöht nicht nur die mögliche Wirkung eines positiven Trades. Er erhöht ebenso die Wirkung einer Bewegung gegen die eigene Position.

Nur weil der Broker eine bestimmte Positionsgröße zulässt, bedeutet das nicht, dass diese Positionsgröße auch sinnvoll ist.

Verfügbare Margin ist kein Risikomanagement.

Entscheidend ist immer, welchen tatsächlichen Verlust eine Position für das eigene Konto verursachen kann.

Gewinne nicht nur beobachten – sondern aktiv managen

Risikomanagement endet nicht, sobald ein Trade im Gewinn liegt.

Ein Trade kann deutlich im Plus liegen und anschließend wieder zurücklaufen. Deshalb sollte bereits vor dem Einstieg klar sein, wie mit erreichten Zielbereichen und bereits entstandenen Gewinnen umgegangen wird.

Bei einem Trade mit mehreren Zielbereichen kann beispielsweise ein schrittweises Management genutzt werden.

TP1

TP1 erreicht

Wird der erste Zielbereich erreicht, kann ein erster Teilgewinn realisiert werden.

Gleichzeitig kann – abhängig vom eigenen Handelsplan und der aktuellen Marktstruktur – der Stop-Loss auf den Einstieg beziehungsweise Break-even nachgezogen werden.

Dadurch wird das ursprüngliche Verlustrisiko reduziert oder aus dem verbleibenden Trade genommen.

Der Trade erhält damit die Möglichkeit, sich weiterzuentwickeln, während gleichzeitig ein Teil des Risikos bereits kontrolliert wurde.

TP2

TP2 erreicht

Erreicht der Markt den zweiten Zielbereich, können weitere Gewinne gesichert werden.

Der Stop-Loss kann beispielsweise von Break-even in Richtung TP1 nachgezogen werden.

Dreht der Markt anschließend, wird nicht mehr der gesamte bereits entstandene Gewinn wieder abgegeben.

Ein Teil der positiven Bewegung ist damit bereits abgesichert.

TP3

TP3 erreicht

Erreicht der Trade den dritten Zielbereich, kann die verbleibende Position entsprechend dem ursprünglichen Tradeplan geschlossen werden.

Damit ist der geplante Trade vollständig abgeschlossen.

Es kann jedoch Situationen geben, in denen die Marktbewegung weiterhin deutlich in die gewünschte Richtung läuft.

Wenn der eigene Handelsplan dies erlaubt, kann entschieden werden, einen Teil der Position über TP3 hinaus weiterlaufen zu lassen.

Einen starken Trade weiterlaufen lassen

Ein Trade muss nicht automatisch beendet werden, nur weil TP3 erreicht wurde.

Zeigt der Markt weiterhin Stärke und spricht die eigene Analyse dafür, kann ein Teil der Position weitergeführt werden.

Dabei sollte jedoch auch das Risikomanagement weitergeführt werden.

Wird die Position über TP3 hinaus gehalten, kann der Stop-Loss beispielsweise auf TP2 oder einen sinnvoll höheren abgesicherten Bereich nachgezogen werden.

Steigt der Markt weiter, kann auch der Stop-Loss schrittweise weitergeführt werden.

Das Ziel besteht dabei nicht darin, jeden letzten Punkt einer Marktbewegung mitzunehmen.

Das Ziel besteht darin, einem starken Trade Raum zu geben, ohne einen bereits entstandenen Gewinn unnötig wieder vollständig abzugeben.

Dabei gibt es keine starre Regel, die bei jedem Trade identisch funktionieren muss.

Marktstruktur, Volatilität, Abstand der Zielbereiche und der eigene Handelsplan spielen immer eine Rolle.

Je weiter sich ein Trade zu deinen Gunsten entwickelt, desto bewusster sollte bereits entstandener Gewinn geschützt werden.

Die TP1-, TP2- und TP3-Bereiche der CF Engine können hierbei als strukturierte Orientierung dienen.

Sie nehmen dem Nutzer jedoch nicht die Entscheidung ab.

Ob Teilgewinne realisiert, der Stop-Loss nachgezogen oder eine Position über TP3 hinaus weitergeführt wird, bleibt Bestandteil des eigenen Trade- und Risikomanagements.

Gewinn entsteht nicht dadurch, dass ein Trade einmal im Plus war. Entscheidend ist, wie du mit diesem Gewinn umgehst.

Einen Trade niemals blind laufen lassen

Ein Trade sollte nicht einfach eröffnet und anschließend sich selbst überlassen werden.

Auch wenn Entry, Stop-Loss und Zielbereiche bereits festgelegt wurden, können sich Marktbedingungen verändern.

Volatilität kann zunehmen.

Eine Bewegung kann an Dynamik verlieren.

Wichtige Marktbereiche können anders reagieren als erwartet.

Oder eine ursprünglich klare Situation kann sich während des Trades verändern.

Deshalb gehört zur aktiven Tradeführung auch, den Verlauf weiterhin zu beobachten und den eigenen Plan konsequent einzuhalten.

Halte dich an deine Strategie

Eine Strategie ist nur dann eine Strategie, wenn sie auch eingehalten wird.

Es bringt wenig, vor einem Trade klare Regeln festzulegen und diese anschließend während des Trades aufgrund von Angst, Hoffnung oder Gier immer wieder zu verändern.

Besonders vermieden werden sollte:

  • einen Stop-Loss aus Hoffnung immer weiter vom Einstieg zu entfernen,
  • plötzlich deutlich mehr Risiko einzugehen,
  • nach einem Verlust sofort aggressiver zu handeln,
  • einen ursprünglich geplanten Gewinn vollständig wieder abzugeben, weil man auf immer mehr wartet,
  • einen Trade ohne klaren Grund völlig anders zu managen als ursprünglich vorgesehen,
  • ständig neue Ziele festzulegen, nur weil sich der Markt gerade in die gewünschte Richtung bewegt.

Natürlich kann sich eine Marktstruktur verändern und eine Anpassung sinnvoll werden.

Der Unterschied liegt darin, ob eine Entscheidung aufgrund der Analyse getroffen wird oder aufgrund einer Emotion.

Der Handelsplan sollte vor dem Trade entstehen – und nicht währenddessen jedes Mal neu erfunden werden.

Verluste nicht zurückjagen

Nicht jeder Trade wird funktionieren.

Verluste gehören zum Trading.

Problematisch wird es erst dann, wenn aus einem einzelnen Verlust eine emotionale Reaktion entsteht.

Nach einem Verlust sollte deshalb nicht automatisch die Positionsgröße erhöht werden, um das verlorene Kapital möglichst schnell zurückzugewinnen.

Auch nach mehreren Verlusten hintereinander ist es häufig sinnvoller, den eigenen Handel zu überprüfen oder eine Pause einzulegen, anstatt immer aggressiver zu handeln.

Der nächste Trade hat nicht die Aufgabe, den vorherigen Verlust zurückzuholen.

Er hat nur die Aufgabe, wieder nach deinem eigenen Plan ausgeführt zu werden.

Gewinne mitnehmen gehört zum Trading

Manchmal entsteht der Eindruck, dass nur ein Trade, der möglichst weit läuft, ein guter Trade gewesen ist.

Das stimmt nicht.

Ein sauber geplanter und kontrolliert realisierter Gewinn ist ebenfalls ein erfolgreicher Abschluss eines Trades.

Nicht jede Bewegung muss vollständig erwischt werden.

Nicht jeder Trade muss über TP3 hinaus laufen.

Und nicht jeder Trade muss maximal ausgereizt werden.

Wer versucht, aus jeder Bewegung immer noch mehr herauszuholen, läuft Gefahr, bereits entstandene Gewinne wieder abzugeben.

Gewinne sichern ist kein Zeichen von Unsicherheit. Es ist Teil eines strukturierten Risikomanagements.

Emotionen gehören nicht in die Positionsgröße

Angst, Hoffnung, Frust und Euphorie können Entscheidungen stark beeinflussen.

Nach einem erfolgreichen Trade entsteht schnell das Gefühl, beim nächsten Trade mehr riskieren zu können.

Nach einem Verlust entsteht möglicherweise der Wunsch, das verlorene Geld sofort zurückzuholen.

Beides kann dazu führen, dass die eigene Strategie verlassen wird.

Eine Positionsgröße sollte deshalb nicht davon abhängen, wie der vorherige Trade ausgegangen ist.

Sie sollte von der eigenen Kontogröße, dem geplanten Risiko und dem jeweiligen Setup abhängen.

Ein einfacher Grundsatz vor jedem Trade

Bevor eine Position eröffnet wird, sollten zumindest folgende Fragen beantwortet sein:

  • Wie groß ist mein Konto?
  • Welches Risiko kann und möchte ich tatsächlich tragen?
  • Wo liegt mein sinnvoller Stop-Loss?
  • Welche Positionsgröße passt zu diesem Stop-Loss?
  • Wo liegen TP1, TP2 und TP3?
  • Was mache ich, wenn der Trade gegen mich läuft?
  • Was mache ich, wenn TP1 erreicht wird?
  • Wann ziehe ich den Stop-Loss nach?
  • Was mache ich bei TP2?
  • Wird bei TP3 geschlossen oder darf ein Teil weiterlaufen?
  • Wie sichere ich den Gewinn, wenn ich über TP3 hinaus im Trade bleibe?
  • Bin ich noch in meinem ursprünglichen Plan?
  • Oder handle ich gerade aus Angst, Hoffnung, Frust oder Gier?

Wenn diese Fragen erst beantwortet werden, nachdem der Trade bereits läuft, fehlt ein wichtiger Teil des Plans.

CF Engine und Risikomanagement

CF Engine kann dabei helfen, einen Trade übersichtlich zu strukturieren.

Der Indikator kann unter anderem relevante Bereiche sowie:

EntryStop-LossTP1TP2TP3

direkt im Chart darstellen.

Diese Informationen können die Planung und das Management eines Trades unterstützen.

CF Engine entscheidet jedoch nicht, wie viel Kapital du einsetzt.

Der Indikator entscheidet nicht über deine Positionsgröße.

Und er kann dir nicht die Verantwortung für dein persönliches Risikomanagement abnehmen.

CF Engine zeigt die Struktur.
Die Entscheidung bleibt bei dir.

Disziplin vor Geschwindigkeit

Gutes Risikomanagement bedeutet nicht, jedes Risiko auszuschließen.

Das ist beim Trading nicht möglich.

Es bedeutet, Risiken bewusst einzugehen, vorher zu definieren und während des gesamten Trades zu kontrollieren.

Ein guter Trade besteht deshalb nicht nur aus einem guten Einstieg.

Er besteht aus einem vollständigen Plan:

Einstieg planen.Risiko kennen.Stop-Loss respektieren.Gewinne sichern.Trade beobachten.Strategie einhalten.

Und genauso wichtig:

Man muss nicht jeden Trade machen.

Man muss nicht jede Bewegung erwischen.

Und man muss nicht aus jedem Trade das absolute Maximum herausholen.

Kapital zu schützen und langfristig diszipliniert zu handeln ist wichtiger als ein einzelner Trade.

Schütze dein Kapital. Halte dich an deinen Plan. Sichere deine Gewinne.

Und denk dran: Gier klaut Gehirn.